Der Internationale Tag der indigenen Völker der Welt, der jährlich am 9. August begangen wird, trägt das Motto “Das Recht indigener Völker auf Selbstbestimmung: Ein Weg zur Ernährungssicherheit und -souveränität.’ Während dieser Tag weltweite Aufmerksamkeit auf die Grundrechte indigener Gemeinschaften lenkt – das Recht, über ihr eigenes Land zu bestimmen, ihre angestammten Traditionen auszuüben und ihr kulturelles und ökologisches Wissen zu bewahren – muss diese Anerkennung über symbolische jährliche Gesten hinausgehen. Solidarität mit indigenen Völkern erfordert fortlaufendes, materielles Engagement an jedem Tag des Jahres.
Die anhaltende Ausbeutung indigener Gemeinschaften ist kein abgeschlossenes Kapitel in Geschichtsbüchern; es ist eine brutale, gegenwärtige Realität. Diese Gemeinschaften stehen an vorderster Front von sich überschneidenden Krisen: Umweltschäden, Landenteignung, militarisierte Gewalt und kultureller Genozid. Diese Systeme stellen Profit über Menschen, Land und Wasser – und erzwingen die Kommodifizierung natürlicher Ressourcen und die Entmenschlichung derer, die seit Anbeginn der Zeit in Beziehung zum Land leben.
Von illegalen Extraktionsprojekten im Amazonasbecken über Ölpipelines wie Line 3 und Keystone XL, die in Nordamerika heilige Gebiete bedrohen, bis hin zur anhaltenden Unterdrückung indigener Rechte in Australien, um nur einige zu nennen, sind die Kämpfe indigener Völker gegen imperialistische Gewalt global und zahlreich. Diese extraktiven Angriffe sind keine isolierten Vorfälle, sondern Manifestationen eines Systems, das darauf ausgelegt ist, die Souveränität indigener Völker zugunsten von Unternehmens- und Staatsmacht auszulöschen.
Mit indigenen Völkern zu stehen bedeutet, über Landanerkenungen und symbolische Gesten hinauszugehen. Es bedeutet, sich aktiv gegen kolonial-siedlerische Strukturen zu stellen, Landback-Bewegungen zu unterstützen, extraktive Industrien zu stören und indigene Führungskräfte in allen Bereichen zu stärken. Es bedeutet anzuerkennen, dass wahre Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit nicht in einem Rahmen erreicht werden können, der die Erde als Eigentum und indigene Körper als Hindernisse für Profit behandelt.
Der Internationale Tag der indigenen Völker der Welt sollte ein Tag globaler Mobilisierung sein – nicht nur der Erinnerung. Möge er uns daran erinnern, dass Dekolonisierung ist keine Metapher; es ist ein materieller Kampf, einer, der an der Seite derjenigen geführt werden muss, die sich seit ihren Anfängen dem Imperium widersetzen.
Um mehr über die unglaubliche Arbeit zu erfahren, die indigene Völker in Nordkalifornien leisten, Schaut euch unser aktuelles Interview mit Dania Rose Colegrove an!
