RIKO

24. April 2014

Einleitung

In 1970, Congress enacted the Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO), 18 U.S.C. § 1961, ostensibly to curtail the criminal activities of the mafia. In the forty years since RICO was enacted, the application of the law has extended far beyond the activities of loansharks and the “Don,” and into Constitutionally protected protest activities. Over time, the federal courts have gradually made the original intent of RICO — i.e. stopping the criminal activities of the mafia — less and less significant. Instead, the courts have issued interpretations of RICO that consistently ignore this intent and allow the law to be used as a way to silence advocates for social change. Animal welfare organizations such as People for the Ethical Treatment of Animals (PETA), the American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA), the Humane Society of the United States (HSUS), as well as many others have been victims of RICO prosecutions.

Thus, RICO has degenerated into a weapon that government and industry actors can use against advocates for social change — a weapon that can inflict millions of dollars in court fees and fines, as well as potential jail time, for mere acts of protest. Organizations and individuals that engage in protest for social change, especially protest against businesses and corporations that exploit animals, are now exposed to the threat of RICO charges, fines, and incarceration. Undoubtedly, this application of RICO results in a chilling effect on all of our First Amendment rights.

Das Gesetz

Im Jahr 1950 veranstaltete der Generalbundesanwalt der USA eine Konferenz, die sich mit der wachsenden Besorgnis über die zunehmenden kriminellen Aktivitäten und den Einfluss der Mafia befasste. Als Ergebnis der Konferenz wurden mehrere Ausschüsse gebildet, um eine juristische Strategie zur Bewältigung dieser Besorgnis zu entwickeln. Diese Ausschüsse empfahlen Gesetzgebung, die als weites Netz dienen sollte, um alle möglichen kriminellen Aktivitäten von Mafia-Mitgliedern zu erfassen. Im Jahr 1970 verabschiedete der Kongress RICO als Titel IX des Gesetz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Das Gesetz enthält eine lange, breite Liste von Aktivitäten, die als “Erpressung” gelten und somit als Bundesverbrechen nach RICO, wenn die Regierung ein “Muster” von mehr als einer solchen Tat nachweisen kann.

Ein Verstoß gegen RICO kann zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren bis lebenslänglich führen, sowie zu Geldstrafen und der dauerhaften Beschlagnahmung von persönlichem Eigentum durch den Staat. Zusätzlich zu diesen strafrechtlichen Sanktionen durch den Staat kann das “Opfergeschäft”/-person in einem RICO-Fall auch eine Zivilklage einreichen, um den dreifachen Betrag des tatsächlich erlittenen Schadens (sogenannte “dreifache Schadensersatzansprüche”) sowie Anwaltskosten für sich selbst zurückzufordern. Diese Bestimmungen für dreifachen Schadensersatz und Anwaltskosten sind für Unternehmen und Einzelpersonen attraktiv, die hohe Auszahlungen erzielen wollen.

RICO's weite Definition von Racketeering hat es dem Gesetz ermöglicht, wiederholt missbraucht und auf Aktivisten für sozialen Wandel angewendet zu werden, die keinerlei Verbindung zur Mafia und zum organisierten Verbrechen haben. Oft ist die angebliche Grundlage für die Anwendung von RICO auf diese politischen Aktivisten, dass ihre Aktivitäten unter die lockere Definition von “Erpressung” im Sinne von Abschnitt 1961 fallen.

Die Entwicklung von RICO “Erpressung”

Gerichte werden im Allgemeinen ein Bundesgesetz namens Hobbs Act heranziehen, um festzustellen, ob eine kriminelle Handlung als Erpressung gilt. Das Hobbs-Gesetz, 18 U.S.C. § 1951, definiert Erpressung als “den Erhalt von Eigentum von einem anderen ohne dessen Zustimmung, induziert durch rechtswidrige Anwendung von tatsächlicher oder angedrohter Gewalt, Drohung oder unter dem Deckmantel offizieller Rechte.” Der Oberste Gerichtshof der USA hat diese Definition so ausgelegt, dass sie auch dann gilt, wenn der mutmaßliche Erpresser keinen direkten Vorteil aus dem Erhalt des betreffenden Eigentums zieht, United States v. Green, 350 U.S. 415 (1956), und auch dann, wenn der mutmaßliche Erpresser kein wirtschaftliches Motiv für die Tat hat, siehe Scheidler v. National Organization for Women, Inc., 547 U.S. 9, 14-15 (2006). Der Oberste Gerichtshof der USA hat jedoch auch entschieden, dass Erpressung weiterhin den tatsächlichen Erhalt von Eigentum beinhalten muss.
Siehe Scheidler v. National Organization for Women, Inc., 547 U.S. 9 15 (2006).

Anwendung von RICO auf Tierschutzorganisationen

Undercover-Untersuchung eines Tierversuchslabors
The initial expansion of RICO primarily affected anti-abortion protestors engaged in physically violent attacks on abortion clinics. However, in 1997, People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) became the first advocacy group that was not an anti-abortion group to be sued under RICO. Huntingdon Life Sciences — a business that engages in controversial exploitative animal testing practices such as live dissection and aggressive physical abuse of captive domestic animals — filed a civil RICO lawsuit against PETA after PETA publicly exposed the company’s extraordinarily cruel practices.

Huntingdon Life Sciences behauptete, PETA habe sich durch (1) verdeckte Ermittlungen in ihren Tierversuchslaboren, darunter zuletzt eine achtmonatige verdeckte Ermittlung in einem der Labore des Unternehmens in New Jersey, und (2) die öffentliche Veröffentlichung von Videomaterial und anderen Dokumenten über die von dem PETA-Ermittler beobachteten unglaublich grausamen und missbräuchlichen Praktiken des RICO-verbotenen “Musters von kriminellen Aktivitäten” schuldig gemacht.
Siehe Huntingdon Life Sciences, Inc. v. Rokke, 986 F. Supp. 982, 984 -985 (E.D. VA. 1997)

Zu den vom PETA-Ermittler dokumentierten Praktiken gehörte es, Haushunden die Beine zu brechen und ihnen anschließend Osteoporose-Medikamente zu verabreichen, um zu beobachten, wie die Knochen verheilten. Die Aufnahmen zeigten außerdem, wie Mitarbeiter Affen routinemäßig in Käfige schlugen und sie in der Luft hängend festhielten, während sie ihnen Testsubstanzen in den Magen pumpten. Ein Techniker stopfte einem Affen als “Scherz” eine Lotionsflasche in den Mund. Am beunruhigendsten war vielleicht ein Video, das einen verängstigten und bei vollem Bewusstsein befindlichen Affen zeigte, der um sich trat und schrie, während er auf einem Operationstisch festgeschnallt wurde. Obwohl dem Affen Beruhigungsmittel verabreicht worden waren, war er noch bei Bewusstsein, als Labortechniker seinen Körper aufschneiden und seine Organe entnahmen.

Als PETA diese Videos an die Medien veröffentlichte, ließ die Öffentlichkeit Huntingdon Life Sciences sofort wissen, dass die grausamen und ausbeuterischen Praktiken empörend und inakzeptabel seien. Unternehmen, die Huntingdon Life Sciences mit der Prüfung ihrer Produkte beauftragt hatten, kündigten ihre Verträge, und Investoren stießen ihre Aktien ab, was für das Unternehmen zu Verlusten von Millionen von Dollar führte. PETA hatte die Videobänder auch dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) übergeben. Das USDA führte eine anschließende Untersuchung der Praktiken im Labor von Huntingdon Life Science durch und klagte die Einrichtung schließlich wegen 23 Verstößen gegen den Animal Welfare Act an. Siehe In Defense of Animals v. U.S. Dept. of Agriculture, 656 F.Supp.2d 68, 82 (D.D.C. 2009) (Gericht ordnete an, dass das USDA und Huntingdon Life Sciences die Aufzeichnungen dieser Untersuchung gemäß dem Bundesgesetz über Informationsfreiheit (Freedom of Information Act) der Öffentlichkeit zugänglich machen müssen, da “die Beklagten es versäumt haben, die Zurückhaltung der Aufzeichnungen zu rechtfertigen”).

Nach Einreichung der RICO-Klage gelang es Huntingdon Life Sciences, das Gericht davon zu überzeugen, eine Schweigeverfügung zu erlassen, um PETA daran zu hindern, die Ergebnisse ihrer Untersuchung öffentlich zu verbreiten, und das Gericht befand PETA wegen angeblichen Verstoßes gegen diese Verfügung der Missachtung des Gerichts für schuldig. Als PETA daraufhin beim Gericht die Abweisung der RICO-Klagen beantragte, lehnte das Gericht diesen Antrag ab und stellte fest, dass die “achtmonatige Untersuchung durch Rokke [PETA-Ermittlerin] und der anschließende Transport von Dokumenten zur Verwendung in Pressemitteilungen und Direktmailings” ausreichende Handlungen darstellten, um Straftaten der “organisierten Kriminalität” zu begründen, die in Verbindung mit früheren PETA-Ermittlungen ein “Muster organisierter Kriminalität” im Sinne des RICO-Gesetzes darstellten. Genauer gesagt stellte das Gericht fest, dass die Handlungen der PETA-Ermittlerin, die in den Anwendungsbereich des RICO-Gesetzes fielen, darin bestanden, dass sie “(1) am zwischenstaatlichen Transport von aus Huntingdon entwendeten Dokumenten beteiligt war” und “(2) gegen den Travel Act verstieß, indem sie nach Ohio reiste, um das Erpressungsvorhaben voranzutreiben …”. Offenbar bezeichnete das Gericht die verdeckte Ermittlung im Allgemeinen als “Erpressungsplan”. Der Fall wurde schließlich außergerichtlich beigelegt.

Pelz-Protest

In 1999, Jacques Ferber, Inc., a furrier located in Philadelphia, filed the second RICO civil lawsuit against animal welfare organizations and several individual animal rights advocates alleging that the groups had engaged in a pattern of racketeering activity that included conspiring to shut down the furrier. Jacques Ferber, Inc. v. Bateman et al., Civ. No. 99-2277 (E.D. PA 1999). The lawsuit alleged that the weekly protests that the activists had participated in for four years were “interfering with his legitimate business enterprise” and this amounted to a federal crime of conspiracy and racketeering under RICO. Although there was evidence that individual protestors had broken windows, poured acid on windows, and glued the store’s front entrance shut, there was no evidence of which individual protesters had committed the acts, or that any of the named defendant organizations were in any way responsible for these activities. In addition to alleging extortionate vandalism in their lawsuit, the company also alleged that the activists had disseminated “defamatory stickers and signs” outside of the store, as part of their effort to “interfere with business.” These “defamatory stickers and signs” were used as one of the predicate acts that constituted the larger “extortionate scheme,” and the company sought $50,000 in damages for stickers and signs alone. In response to the lawsuit, the activists agreed to refrain from property destruction, property defacement, trespassing, or disorderly conduct in connection with lawful demonstrations, entering the store or residence of the company’s employees, attempting to initiate communication with minor children of the company’s employees, blocking access to the store, committing other illegal activities, and from encouraging others to commit any of these activities. The case was then dismissed.

Zirkus-Elefanten-Missbrauchs-Protest

Fast 15 Jahre nach der ersten RICO-Klage gegen Tierschützer wird RICO immer noch gegen diese Aktivisten eingesetzt. Im Jahr 2010 reichte Feld Entertainment, Inc., das Unternehmen, dem der Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus gehört, eine zivilrechtliche RICO-Klage gegen die Humane Society of the United States (HSUS), die American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA), das Animal Welfare Institute, den Fund for Animals, das Animal Protection Institute, den ehemaligen Zirkuselefantenpfleger Tom Rider und die führende Tierrechtskanzlei Meyer, Glitzenstein & Crystal ein. Die Klage behauptet, dass “um eine philosophische Debatte vor ein Bundesgericht zu bringen, um eine radikale Agenda der ‘Tierrechte’ voranzutreiben und um Publicity zu erlangen und Geld für die Unterstützung ihrer verschiedenen Aktivitäten zu sammeln, die Beklagten [], in Absprache mit ihren Anwälten [], ein illegales und betrügerisches Muster von Handlungen entwickelten und daran teilnahmen, um etablierte Grenzen der Zuständigkeit des Artikels III der Bundesgerichte zu umgehen.” Siehe Klage PETA gegen FELD.

Im Wesentlichen argumentiert das Unternehmen, dass diese Tierschutzorganisationen und ihre Anwälte an einem Muster organisierter krimineller Aktivitäten beteiligt waren, das Bestechung, bezahlte Zeugen und Postbetrug über Staatsgrenzen hinweg umfasst, und zwar im Rahmen eines Rechtsstreits gegen das Unternehmen zum Schutz asiatischer Elefanten gemäß dem Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten. In der Klage gemäß dem Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten wird geltend gemacht, dass das routinemäßige Schlagen der Elefanten mit Bullhooks durch Ringling Bros. sowie das Anketten der Elefanten über lange Zeiträume hinweg eine rechtswidrige ’Entnahme“ dieser gefährdeten Tiere darstelle und somit gegen das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten verstoße. Siehe ESA-Beschwerde. Im Februar – März 2009 fand vor dem US-Bezirksgericht für D.C. eine sechs Wochen dauernde Verhandlung im Fall statt, in dem die Behandlung asiatischer Elefanten durch Ringling Bros. im Zirkus angefochten wurde. Mehrere ehemalige Mitarbeiter von Ringling Bros. sagten aus, dass der Zirkus Elefanten routinemäßig mit scharfen Bullenhaken schlage und die Elefanten den größten Teil ihres Lebens angebunden halte. Die Kläger legten umfangreiche Beweismittel vor, darunter interne FEI- und USDA-Dokumente, die ihre Behauptungen stützten, und einige der weltweit führenden Elefantenexperten sagten aus, dass die routinemäßigen Praktiken von Ringling Bros. die Elefanten verletzen, schädigen und belästigen, was gegen den Endangered Species Act verstoße. Der Fall wird derzeit vor dem D.C. Circuit Court of Appeals angefochten.

Zusätzlich zu der offenbar vergeltenden RICO-Klage hat Feld Entertainment, Inc. eine Geschichte von Versuchen, Tierrechtsgruppen zu zerschlagen, die sich dafür einsetzen, die grausame Behandlung von Zirkustieren durch das Unternehmen aufzudecken. In der Vergangenheit hat sich Feld Entertainment mit der CIA zusammengetan und Millionen von Dollar ausgegeben, um zu versuchen, Tierschutzgruppen wie PETA und In Defense of Animals zu infiltrieren. Siehe Beschwerde PETA V FELD (PDF). Operatives zeichneten illegal Gespräche auf und erlangten hochvertrauliche Bankkontonummern und Bankinformationen, Kreditkarteninformationen, vertrauliche interne Finanzunterlagen und Personalinformationen.

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